40-jähriges Priesterjubiläum von Abt Gernot Wottawah OSB

Schon vor dem Gottesdienst überreichte die Pfarrei und die politische Gemeinde ihre Geschenke.
Das Messkleid sowie die von der Marktgemeinde bezahlte Mitra konnten schon während der Messe genutzt wurde.

Das Lied „Gott ruft sein Volk zusammen“ hallte durch das Kirchenschiff der Wellheimer Pfarrkirche, als zehn Vereinsfahnen und der liturgische Dienst feierlich einzogen. Anlass des Festgottesdienstes war das 40jährige Priesterjubiläum von Abt Gernot Wottawah OSB. Die musikalische Umrahmung des Pontifikalamtes übernahm der Kirchenchor Wellheim unter der Leitung von Gerhard Reissig. Zur Aufführung kam die Wellheimer Primizmesse für Chor und Bläser.

Pfarrer Sebastian Kandeth hieß dazu den Jubilar herzlich in der Heimat willkommen. Als Festprediger konnte er den Generalvikar von Augsburg, Prälat Josef Heigl, begrüßen.  Konzelebrierende Geistliche waren der Bruder des Jubilars Pater Herbert Wottawah OSB, Regionaldekan Monsignore Horst Grimm und die ehemaligen Wellheimer Ortspriester Pfarrer Ludwig Hutter sowie Pfarrer Hermann Drischberger. Sein weiterer Gruß galt den ortsansässigen Vereinen sowie der politischen Gemeinde, die mit Abordnungen vertreten waren.

In seiner Predigt ging der Generalvikar auf die Berufung jedes Menschen zur Mitwirkung in unserer Kirche ein. Er regte die Eltern dazu an, mit ihren Kindern den Glauben zu leben und als Vorbilder tätig zu sein. Die Kirche animierte er dazu, mit der Zeit zu gehen, jedoch die wesentlichen Grundsätze nicht zu verlieren. Im Hinblick auf Abt Gernot erzählte er von seinem Aufenthalt in Südafrika, wo er erleben durfte, dass der Jubilar als Ordensoberer seine Novizen persönlich zum Morgenlob weckte, um die Vorbehalte der europäischen Mitbrüder gegenüber den einheimischen Mönchen zu reduzieren. Die Kirche muss neue Wege gehen und Hierarchien abbauen. Gleichzeitig sei es wichtig für die Grundwerte – wie den Erhalt von Leben – konsequenter einzutreten. Gerade dieser Grundsatz sei es, der das Leben von Abt Gernot bestimmte. Als Lehrer in St. Ottilien durfte der Generalvikar die Schule von Abt Gernot durchlaufen. Er war ein allseits geschätzter und geliebter Lehrer, da er als Mensch auf die Jugendlichen ein- und zuging. Sein vorbildliches Verhalten hat mehr geprägt als die Predigten vieler anderer. „Noch heute bin ich dir für dieses Wirken dankbar“, so Heigl.

In einer Gabenprozession brachten verschiedene Gruppen Gegenstände und Speisen zum Altar. Selbst die erwachsenen Teilnehmer baten den Abt um seinen Segen, was ihn sichtlich erfreute. Hierdurch wurde ein bekennender Glaube deutlich spürbar.

Am Schluss der Messfeier standen Glückwünsche auf dem Programm. Für die Pfarrei sprach Peter Gampl ein Grußwort. Er zitierte aus der Regel des Heiligen Benedikt und sprach über die Auswahl und das Verhalten von Priestern. Mit Begeisterung und Temperament hat der  Jubilar alle Herausforderungen angenommen und so seine Berufung erfüllt. Der Gehorsam und sein Streben, Gott immer näher zu kommen, haben seinen Lebensweg geprägt. So war er ein Mensch mit Visionen, mit dem Durst nach Glauben, Frieden und Gerechtigkeit. Als aufrechten Christen, treuen Mönch und frommen Priester durfte ihn Wellheim erleben. „Wir alle sind stolz darauf, dass sich einer aus unseren Reihen auf den Weg gemacht hat, den Glauben hinaus in die Welt zu tragen. Möge Gott Ihnen die Kraft verleihen, dass Sie Ihre priesterliche Berufung noch viele Jahre erfüllen können“, sagte Gampl.

Für die örtlichen Vereine überbrachte Norbert Schulda die Glückwünsche. Er erinnerte daran, dass der Abt als Heimatvertriebener nach Wellheim kam und hier eine neue, eine zweite Heimat gefunden hatte.Tief bewegt über die vielen Ehrungen dankte Abt Gernot der Pfarrgemeinde für diesen einzigartigen Gottesdienst, das wunderschöne neue Messgewand und die vielen großartigen Gesten. „Ich weiß nicht, womit ich das verdient habe“, waren seine abschließenden Worte.

Nach dem Tedeum nutzen viele Gottesdienstbesucher die Gelegenheit zum persönlichen Kontakt. Die Reihe der Gratulanten schien endlos zu sein und viele Erinnerungen kamen auf oder wurden aufgefrischt. In einer herzlichen Art und Weise gab es an diesem Tag in Wellheim Weltkirche zum Anfassen.  

Nach der Messe bat Bürgermeister Karl Forster Abt Gernot um einen Eintrag ins Gästebuch der Marktgemeinde. Dazu versammelten sich die Ehrengäste im Rathaus. Bürgermeister Forster sprach davon, dass alle sehr stolz auf „ihren Abt“ wären. Er sei der höchste geistliche Würdenträger, der je aus Wellheim kam.

Abt Gernot zeigte sich erfreut über diese Geste der Marktgemeinde. Er sprach davon, dass er gerne zu Besuch in seine bayerische Heimat zurück komme. Seine Wellheimer Wurzeln werde er immer behalten. Schon in seinem Abtswappen sind die Burgzinnen von Wellheim enthalten. Sie stehen für den festen Bund zur Heimat. Der Marktgemeinde wünschte er eine gute und gedeihliche Entwicklung und vor allem Gottes Segen.

Zu einem Empfang trafen sich Ehrengäste und die verantwortlichen der Pfarrei anschließend im Sitzungssaal der Marktgemeinde. Ein gutes Essen und eine angenehme Atmosphäre ließen den Festtag ausklingen. Pfarrer Sebastian bedankte sich bei allen Helfern für die Unterstützung und hob das Engagement des Frauenbundes hervor.