40-jähriges Priesterjubiläum von P. Dr. Herbert Wottawah OSB

Einen großen Bahnhof organisierte die Pfarrei für P. Dr. Herbert Wottawah OSB. Der in Wellheim aufgewachsene Benediktinermönch konnte am 6. Juli 2008 sein 40-jähriges Priesterjubiläum feiern.

Als besonderes Schmankerl kann das Abfeuern der Salutschüsse durch die Böllerschützen aus Gammersfeld angesehen werden.Den Auftakt der Festlichkeiten bildete die Abholung des Jubilars am Marktplatz. Hier standen die ortsansässigen Vereine Spalier. Für den musikalischen Rahmen sorgten die Mitglieder der  Urdonautaler Blasmusik. Von 11 Vereinsfahnen angeführt zogen der Jubilar und seine konzelebrierenden Priester zur Pfarrkirche.

Unter den Klängen des Liedes „Gott ruft sein Volk zusammen“ betraten der Jubilar, konzelebrierende Missionare und weitere befreundete Priester die bis zum letzten Platz gefüllte Pfarrkirche. Die musikalische Umrahmung des Festgottesdienstes übernahm der Kirchenchor Wellheim unter der Leitung von Albrecht Reinbold.

Pfarrer Sebastian hieß Pater Herbert im Gotteshaus herzlich willkommen. Er sprach in seinen einführenden Worten davon, dass mit P. Herbert Wellheim einen engagierten Missionar in die Ferne gesandt hat. Er habe sich große Verdienste um die Kirche und die Menschen in Asien erworben. Ferner konnte er P. Prior Claudius Bals von der Erzabtei St. Ottilien als Festprediger begrüßen. Mit am Altar standen weiterhin Mons. Horst Grimm, der frühere Ortsgeistliche, Pfr. Ludwig Hutter, H. Prof. Franz Josef Stegmann (Südafrika), P. Bartholomäus Hemneken OSB und Bruder Bonaventura Schuster OSB. Die beiden Letztgenannten sind wie der Jubilar in der Benediktinerabtei Waegwan missionarisch tätig. Schon als gute Tradition könnte man bezeichnen, dass Mons. Horst Grimm bei Jubelfesten der Wottawah-Brüder das Evangelium verkündet. 

In der Predigt ging Prior Claudius auf seine persönliche Verbundenheit zum Jubilar ein.
Er bedankte sich herzlich dafür, dass er, ausgelöst durch dieses Ereignis, wieder Wellheim besuchen durfte. Seine freundschaftliche Verbundenheit zu P. Herbert war in der gesamten Predigt zu verspüren.

 In seiner bodenständigen Art verstand es der Prior, die Gemeinde in seinen Bann zu ziehen. Er machte deutlich, dass Glaube und Verkündigung nicht durch die Darstellung einer besonderen Frömmigkeit funktioniere, sondern durch die Liebe Gottes. Diese wiederum müsse im täglichen Leben spürbar sein. Pater Herbert sei trotz seiner erheblichen gesundheitlichen Einschränkungen, ausgelöst durch die parkinsonsche Krankheit, nach wie vor hoch aktiv und engagiere sich in den unterschiedlichsten Bereichen. Sein persönlicher Einsatz verdiene höchste Achtung. P. Herbert, der es nicht gerne hat wenn über ihn gesprochen werde, müsse dieses Lob heute „ertragen“.

In den sehr ausführlich gestalteten Fürbitten brachten Kinder der Katholischen Jugendgruppe Attribute aus dem Leben des Paters zum Altar. Symbolisch für seinen missionarischen Einsatz wurde ein Fischernetz, das Kreuz, und die Regel des Hl. Benedikt niedergelegt. Als Symbole für  sein Priesteramt brachten die Kinder das Evangelienbuch, die Stola, Weintrauben und Brot nach vorne. Eine Schale mit Reis stand sinnbildlich für die Beseitigung des Hungers im Rahmen der Kinderseelsorge.

In der Turmkapelle ist seit dem Tod von Abt Gernot Wottawah OSB sein Bild aufgestellt. Von hier aus konnte er dem Gottesdienst seines Bruders beiwohnen. Aus dieser Kapelle zogen die Fackelträger während der Wandlung zum Altar.

Am Ende des Festgottesdienstes überbrachte Peter Gampl die Glückwünsche der Pfarrei. Er ging dabei auf die Regula Benedicti ein. Dort heißt es: „Der Geweihte hüte sich vor Überheblichkeit und Stolz. Er nehme sich nichts heraus und handle nie ohne Auftrag des Abtes“. 1968 sollte sich der lange ersehnte Wunsch von Frater Herbert erfüllen. Er durfte in der Abteikirche von St. Ottilien die Priesterweihe empfangen. Nur wenig später konnte in Wellheim – zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit – Primiz gefeiert werden. Die gesamte Gemeinde und viele Menschen aus Nah und Fern waren nach Wellheim gekommen, um diesem Festtag beizuwohnen. Keiner konnte an diesem Tag ahnen, dass nur wenige Jahre später der Weg in die Mission nach Süd-Korea führen sollte. Hier sollte er nun den Großteil seines priesterlichen Lebens verbringen. In Asien fand das Leben von P. Herbert mehr vor als hinter Klostermauern statt. Hier musste er unter widrigsten Umständen leben und arbeiten. Er nahm sich den Entrechteten, den Armen, den Arbeitslosen, den politischen Gefangenen und den Kindern an. Durch ihn durften viele Menschen erleben, dass benediktinische Sorge nicht nur der Seele und dem Geist sondern auch dem Leib galt. „Nur Menschen, deren Grundbedürfnisse befriedigt sind, werden auch offen sein für Spiritualität und Glauben“, so Gampl. Durch diesen übermenschlichen Einsatz gelang es P. Herbert, Menschen zu Gott zu führen, Menschen neue Perspektiven zu geben und Zuversicht sowie Hoffnung schöpfen zu lassen. Trotz gesundheitlicher Einschränkungen, wurde der Jubilar nicht müde, seine Berufung weiter zu erfüllen. Die Not vieler Menschen und sein tiefer Glaube an Gott haben ihn immer wieder dazu angeregt weiter zu machen. „Dafür, lieber P. Herbert, gilt Ihnen unsere Hochachtung“ rief ihm der Redner zu. Gampl beglückwünschte den Jubelpriester im Namen des Pfarrgemeinderates, der Kirchenverwaltungen Wellheim, Konstein und Gammersfeld sowie des Kath. Frauenbundes und überreichte symbolisch einen Koffer mit Lektüre. Er schloss mit den Worten: „Wir alle wünschen Ihnen die Kraft, auf dem eingeschlagenen Weg weiter zu machen. Möge Ihnen Gott dazu die nötige Gesundheit verleihen“.

Pater Herbert bedankte sich am Ende der Messe für die Zeichen der Wertschätzung.
Er verwies darauf, dass sein Wirken nur durch die Hilfe Gottes und durch den Beistand im Gebet möglich gewesen sei. Es war für ihn immer eine Bestärkung zu wissen, dass die Menschen in der Heimat für ihn beten und seine Arbeit, auch finanziell durch ihre Gaben, mittragen. Dafür sagte er ein herzliches Vergelt’s Gott. Den Organisatoren dankte er für die wunderschöne Feier. Für die musikalische Gestaltung sprach er dem Kirchenchor Wellheim-Konstein seine Anerkennung aus.

Beim anschließenden Pfarrfest nutzten viele Freunde und Gönner die Gelegenheit zur Begegnung mit P. Herbert. Er genoss es, Gesichter aus der Jugendzeit wieder zu sehen und Erinnerungen aufzufrischen.

Bürgermeister Robert Husterer überbrachte die Glückwünsche der politischen Gemeinde und sprach davon, dass der soziale Friede nicht nur im Interesse der Kirche sondern auch im Interesse der gesamten Weltbevölkerung sei. Gerade dieses Engagement des Priesters verdiene über die Grenzen der Kirche hinaus Anerkennung.

Im Beisein mehrerer Markträte und Vertretern der Pfarrei bat er P. Herbert und Prior Claudius um den Eintrag ins Gästebuch der Marktgemeinde. Beiden wünschte er weiterhin viel Erfolg bei der Erfüllung ihrer missionarischen Tätigkeiten. Zu einem Empfang trafen sich Ehrengäste und die verantwortlichen der Pfarrei anschließend im Sitzungssaal der Pfarrei.