Zum Tod von Pfarrer Ludwig Hutter

Zum Tod unseres langjährigen Pfarrers
Hochw. H. Ludwig Hutter
Pfarrer in Wellheim von 1966 – 1988

Sein herzhaftes, lautes Lachen begleitete viele Gespräche, wenn Pfarrer Ludwig Hutter auf dem Weg vom Pfarrhof in die Sakristei war oder Besucher im Pfarrhof empfing. Seine offene Art, mit der er auf die Menschen zuging, machte ihn zu einem willkommenen Gesprächspartner.

Pfarrer Hutter trat seine Stelle in Wellheim mit dem Endes des II. Vatikanischen Konzils (1962 – 1965), das zweifellos das größte, wichtigste und einschneidendste kirchliche Ereignis des 20. Jahrhunderts war, an. 

Umfangreiche Reformen wurden eingeleitet. Die dogmatische Konstitution „Lumen gentium“ (1964) legt das Selbstverständnis der römischkatholischen Kirche dar und definiert Kirche als „Volk Gottes“ auf dem Weg durch die Zeit. Weiter betont sie das „gemeinsame Priestertum“ aller Gläubigen, das bei Priestern und Laien in unterschiedlichen Formen verwirklicht wird. Die Zentrierung des Gottesdienstes auf den Priester trat zurück.

Es war eine Zeit des Umbruchs, der auch in unserer Pfarrei vollzogen werden musste. Geprägt durch den Geist des Konzils machte sich auch Pfarrer Hutter auf den neuen Weg.

Neben der Kirchenverwaltung wurde ein neues Gremium, der Pfarrgemeinderat, eingeführt. Schon bei der ersten Wahl fanden sich hoch motivierte Frauen und Männer zusammen, die sich gemeinsam mit dem Priester an die Arbeit machten. Dabei wurden Schwerpunkte wie die abwechslungsreiche Gestaltung der Liturgie und die Auflage eines Pfarrbriefes angegangen.

Da Pfr. Ludwig Hutter ein ganz besonders Herz für die Jugendarbeit hatte, wurde auf seine Initiative hin eine katholische Jugendgruppe etabliert. Diese übernahm fortan in unregelmäßigen Zeitabständen die musikalische Gestaltung der Messfeiern mit modernem, rhythmischem Liedgut.

Ein weiteres Herzensanliegen war Pfr. Hutter die Ministrantenarbeit. Obwohl zu seiner Zeit ausschließlich Jungen den Dienst am Altar verrichten durften, war  bei jedem Gottesdienst, sei es unter der Woche morgens um 7 Uhr oder am Sonn- und Feiertag bei drei Messfeien, der Ministrantendienst gesichert.

Weit über 50 Kinder zählte die Gruppe, die viel Spaß innerhalb und außerhalb der Kirche mit „ihrem Pfarrer“ hatte. Vielen ehemaligen Ministranten blieben die teils bis zu einer Woche dauernden Ministantenausflüge fest im Gedächtnis.

Schon als Religionslehrer an der Wellheimer Volksschule baute er eine gute Bindung zu den Schülern auf. Neben der Vermittlung des Stoffs schloss er seine Unterrichtsstunden häufig mit einer spannenden Episode aus der Buchserie des Geheimbunds. Seine Sakkotaschen, die stets mit leckeren Bonbons gefüllt waren, zogen die Kinder magisch an.

Im gesellschaftlichen Leben der Marktgemeinde hatte Pfr. Hutter einen festen Platz. Er engagierte sich im Sportverein als Schülertrainer und stellte im früheren Landwirtschaftsbereich der Pfarrei einen Trainingsraum für die Sportler zur Verfügung.

Schon kurz nach seinem Amtsantritt standen große Festlichkeiten an. Den Auftakt bildete 1966 die Primiz von Pater Gernot Wottawah OSB, die eine große Schar von Gästen nach Wellheim führte.  1967 durfte Pater Wolfram Gampl OSB sein silbernes Priesterjubiläum in Wellheim feiern und 1968 stand die Primiz von Pater Herbert Wottawah OSB auf dem Festprogramm. Pater Herbert und Pater Gernot wurden einige Jahre später mit Entsendungsgottesdiensten in der Pfarrkirche in die Mission ausgesandt. Eine tiefe, freundschaftliche Verbundenheit entstand. Während der Heimaturlaube unserer Missionare waren sie stets gern gesehene Gäste im Pfarrhof.

Durch die Generalsanierung der Filialkirche St. Leonhard in Gammersfeld hinterließ er ein wunderschönes barockes Juwel. 

22 Jahre seines priesterlichen Wirkens verbrachte Pfarrer Hutter in Wellheim.
Für diesen Dienst sagt die Pfarrei Wellheim dem Verstorbenen ein herzliches Vergelt‘s Gott.
MÖGE ER RUHEN IN GOTTES FRIEDEN.