Einweihung des Pfarrheims St. Andreas

Schon seit 30 Jahren regte sich in der Pfarrei immer wieder der Wunsch nach einem Pfarrheim. Jetzt wurde er Realität. Weihbischof Adolf Bittschi-Mayer feierte am 27. Juni 2010 mit den Konzelebranten Regionaldekan Werner Dippel, Dekan Mons. Vitus Wengert sowie Pfarrer Sebastian Kandeth einen Festgottesdienst. Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine und viele Ehrengäste waren erschienen, um dem Fest den nötigen Rahmen zu verleihen.

Dieser Tag  kann als überragendes Ereignis der Jahres 2010 angesehen werden. Mit Hilfe des Bistums, der Marktgemeinde Wellheim und den Kirchenverwaltungen Konstein und Gammersfeld stemmte Wellheim dieses Projekt. Spenden aus der Pfarrfamilie und viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit rundeten das Engagement vor Ort ab. Immer wieder tauchte bei den Feierlichkeiten das Wort „Gemeinschaftswerk“ auf. Wie bei einer Großfamilie packten Jung und Alt mit an, um für die Zukunft etwas zu gestalten. Dabei konnten die Menschen erleben, dass dieser Gemeinschaftsgeist verbindet und auch durch schwierige Bauphasen trägt. Dem Architekten Werner Beck aus Neuburg ist mit dem Pfarrheim ein Schmuckstück geglückt, das sich neben Pfarrhof und Pfarrkirche wunderbar in die Landschaft einfügt. Ein multifunktionelles Raumkonzept lässt Flexibilität in jede Richtung zu. Von Kleingruppen bis hin zur größeren Veranstaltungen können die Räumlichkeiten durch flexible Trennwände so angepasst werden, dass nahezu jeder Platzbedarf abgedeckt werden kann. Die Integration von Jugend- und Chorraum im 1. Stock erweitern das Einsatzspektrum.

Schon der Pontifikalgottesdienst stand ganz im Zeichen des Neubaus. Dieser wiederum konnte nur durch die Führung des Hl. Geistes verbunden mit der Kraft des Gebetes verwirklicht werden. Weihbischof Bittschi sprach davon, dass der Bau nicht nur die weltlichen Bedürfnisse befriedigen dürfe, sondern auch ein Mittel zur Verkündigung des Reichs Gottes sei. Die dort gelebte Gastfreundschaft ist eine Fortsetzung des Gottesdienstes und diene so der Weiterentwicklung der Pfarrei. Das Haus aus Stein sei nun mit Leben zu füllen, damit es zu dem wird, wozu es gebaut wurde.

Zur Gabenbereitung brachten ehrenamtliche Helferinnen und Helfer Gegenstände aus der Bauzeit zum Altar. Neben Bauplan, Ziegelstein, Heizungspumpe, Stromkabel, Farbe und Pinsel wurden Fliesen und Besen am Fuß des Altares niedergelegt. All diese Gegenstände stehen symbolisch für den persönlichen Einsatz der vielen Helfer.  Mit meditativen Texten untermahlte eine Lektorin die Übergabe an den Bischof.

In seinen Grußworten dankte Pfarrer Sebastian Kandeth Weihbischof Bittschi für sein Kommen. Schon zur Grundsteinsegnung reiste ein Bischof aus dem 10 000 km entfernten Indien an. Seine Anreise über 18 000 km übertreffe das um ein vielfaches. Gleichzeitig sei sie eine – wenn auch nur befristete – Rückkehr in die Heimat. Der Ortsgeistliche dankte stellvertretend für die vielen Helferinnen und Helfer Altbürgermeister Karl Forster für die Koordination während der Bauphase. In Wellheim sei etwas gelungen, was in der gesamten Diözese Augsburg bisher nie der Fall war. Alle örtlichen Firmen waren bereit, zum Selbstkostenpreis Material zu liefern und die Arbeiten unentgeltlich zu leisten. Mit viel Applaus bedanken sich die Festteilnehmer für dieses Engagement. Als Vertreter des Pfarrgemeinderates zollte Peter Gampl dem Pfarrer seine Wertschätzung aus. „Sie haben es geschafft, in der Deutschlandmission ein bleibendes Zeichen zu setzen. Vergelt´s Gott für all Ihr Tun“.

Bürgermeister  Robert Huster überbrachte die Glückwünsche des Markrates und überreichte symbolisch den Scheck über 100.000 Euro. Er sprach von einem großen Tag für die politische Gemeinde. Für das Bistum Augsburg sprach Herr Drescher. Mit einer Kostenübernahme von 65 % der Bausumme habe die Diözese den Förderrahmen an der oberen Grenze festgesetzt. Es seien Steuergelder der Gläubigen, die auf diese Weise wieder nach Wellheim zurück fließen. Das Projekt „Pfarrheim Wellheim“ bezeichnete er als großen Erfolg.

Unter den Klängen der Urdonautaler Blasmusik zogen die Festteilnehmer ins Pfarrheim. Weihbischof Bittschi besprengte die Räume mit Weihwasser und nahm damit die Segnung vor. Zur anschließenden weltlichen Feier hieß Brunhilde Mertel die Gäste willkommen. Kinder des kath. Kindergartens brachten einen Tanz zum Besten. Anschließend konnten sich die Pfarrangehörigen von der Schönheit und Effizienz des Gebäudes ein Bild machen. Der Pfarrgemeinderat sorgte für das leibliche Wohl der Gäste mit Kuchen, Häppchen und Getränken.