Filialkirche Gammersfeld

Die höchstgelegene Filiale der Pfarrei Wellheim liegt 537 Meter über dem Meeresspiegel. Seit dem Mittelalter (1330) nachweisbar, gehörte Gammersfeld bereits damals sowohl politisch als auch kirchlich zu Wellheim.

Früher existierte wohl nur eine Kapelle im Ort, bevor Wellheims bedeutendster Pfarrer, Johann Martin Bergmann, 1721 bis 1722 eine Kirche errichten ließ, die dem Hl. Leonhard geweiht ist. Bei dieser Schöpfung handelt es sich um ein wirkliches Kleinod. Der berühmte Eichstätter Künstler Jakob Eck schuf den überaus reichen Stuck im Stil des frühen Rokoko. Um die Deckengemälde, die erst aus dem letzten Jahrhundert stammen, „gruppiert sich Laub- und Bandwerk neben Tulpenstäben, gemischt mit dem älteren Motiv der Akanthusranke mit gerieften Bändern.“ Der Hochaltar, in dessen Bekrönung man die Gruppe der Hl. Dreifaltigkeit sehen kann, ist unwesentlich jünger, die beiden Seitenaltäre dagegen ein wenig älter. Die prächtige Kanzel stammt aus der Erbauungszeit der Kirche und zeigt an den Ecken des Korpus Engelhermen. Die ebenfalls im 19. Jahrhundert entstandenen Evangelistenbilder sind von Bandwerk mit Vögeln umgeben. Auch die Brüstung der Stiege ist in Stuck ausgeführt.

Im dritten Viertel des 18. Jahrhunderts ließ Pfarrer Johann Baptist Kürner auf seine Kosten den Turm der Kirche errichten. Im Jahr 1855 wurde sie einer grundlegenden Außen- und Innenrenovierung unterzogen, 1896, 1983 und 2001 folgten erneute Renovierungsmaßnahmen.

Bis etwa zur Mitte des 19. Jahrhunderts blühte in Gammersfeld die Wallfahrt zum Hl. Leonhard. Danach geriet der Brauch allmählich in Vergessenheit. In den 1980er Jahren wurde die Wallfahrt durch den damaligen Kirchenpfleger Josef Liepold wiederbelebt. Über 25 Jahre richtete die Gammersfelder Kirchenverwaltung ihr besonderes Augenmerk darauf und war stets bestrebt, die Veranstaltung besonders feierlich zu gestalten. Nachdem auch in benachbarten Kirchengemeinden Leonhardiritte initiiert wurden, nahm die Zahl der Reiter und Kutschen stetig ab, sodass die Pferdesegnung nicht mehr durchgeführt werden konnte.

Pfr. Sebastian Kandeth führte anstelle der Pferdesegnung eine Fahrzeugweihe ein, die nunmehr in unregelmäßgten Abständen organisiert wird.