Filialkirche St. Leonhard Gammersfeld

Bereits im 16. Jahrhundert stand in Gammersfeld ein Kirchlein, in dem wahrscheinlich der Kaplan von Wellheim im Wechsel mit Ellenbrunn den Gottesdienst hielt. Pfarrer Johann Martin Perkmann (1692-1738) lies 1721 bis 1722 die jetzige Kirche errichtet. Für den reichen Stuck der Kirche zeichnet der Künstler Jakob Eck aus Eichstätt verantwortlich, der Hochaltar stammt vermutlich von Thaddäus Kronenbitter aus Neuburg. Der Turm der Kirche wurde erst im 3. Viertel des 18. Jahrhunderts hinzugefügt, wobei der damalige Pfarrer Johann Baptist Kürner (1748-1780) die Baukosten übernahm.

1855 erfolgte eine grundlegende Restaurierung der Kirche unter Pfarrer Johann Michael Riegg (1849-1881). Dabei wurden auch die Bilder der Seitenaltäre, die Bilder an der Kanzel und die Deckengemälde erneuert. 1896 ließ Pfarrer Joseph Endres (1892-1910) die Kirche wiederum umfassend renovieren und 1909 von der Firma Fritz Hamm in Augsburg den Turm mit drei neuen Glocken ausstatten. Im Januar 1942 musste man sich schweren Herzens von den beiden größeren Glocken trennen, 1953 konnte das Geläut wieder vervollständigt werden. 1981 bis 1983 fand unter Pfarrer Ludwig Hutter (1965-1987) erneut eine Renovierung statt. Im Herbst 2001 konnte Pfarrer Hermann Drischberger (1990-2001) die bisher letzte Restaurierungsmaßnahme abschließen.

Der Hochaltar ist dreiteilig mit vier Säulen, in der Mitte befindet sich die Figur des Kirchenpatrons, des hl. Leonhard, zwischen den seitlichen Säulen rechts die Figur des hl. Johannes Nepomuk und links die Figur des hl. Franz Xaver. Die Altarbekrönung zeigt die hl. Dreifaltigkeit.

Im Altarbild des linken Seitenaltars ist der Tod des hl. Joseph dargestellt, darunter steht eine Figur der Gottesmutter mit dem Jesuskind. Eine Herz-Jesu Darstellung zeigt das obere Bild. Am rechten Seitenaltar ist der hl. Sebastian zu sehen. Darunter stehen je eine Halbfigur des hl. Johannes Evangelist (rechts) und des hl. Georg (links). Eine Herz-Marien Darstellung zeigt das obere Bild des Altars.

Wunderschön fügt sich die Stuckkanzel mit Bildern der vier Evangelisten Johannes, Lukas, Markus und Matthäus in das Kirchlein ein. An der  Rückwand der Kanzel ist Christus als guter Hirte dargestellt.

Die Deckengemälde (Altarraum) zeigen die Krönung Mariens. Im Kirchenschiff vorne wird der hl. Leonhard von Kranken um seine Fürbitte angefleht, in der Mitte begegnet der hl. Leonhard dem fränkischen Königspaar Chlodwig und Chlothilde. Im hinteren Bereich wird der hl. Leonhard als Beschützer des stilisierten Dorfes Gammersfeld dargestellt.

Die Emporenbilder zeigen von rechts Christi Geburt, Christi Kreuzweg (Begegnung mit den weinenden Frauen) sowie Christi Auferstehung von den Toten.

An der rechten vorderen Seitenwand befindet sich, eine Figur des hl. Leonhard. Rechts hinten ist Christus in der Rast dargestellt. Links hinten zeigt die Holzfigur die Schmerzensmutter Jesu. Links vom Eingang blickt der hl. Wendelin in den Kirchenraum.

Bis mindestens Mitte der 1860er Jahre blühte in Gammersfeld eine bedeutende Wallfahrt zum hl. Leonhard. Danach geriet der Brauch allmählich in Vergessenheit, ehe er vor einigen Jahrzehnten wiederbelebt wurde.