Goldenes Priesterjubiläum von Pater Dr. Herbert Wottawah OSB Anlass für Gedenkgottesdienst mit Abtprimas em.

Herbert_Burg_kleinBesondere Gottesdienst haben in der Pfarrei Wellheim eine lange Tradition. Zum Jahreswechsel 2018 ist der langjährige Abtprimas der Benediktinerkonföderation, Prof. Dr. Notker Wolf, der Einladung nach Wellheim gefolgt, um benediktinisches Wirken sichtbar zu machen. Ablass war das Priesterjubiläum von P. Dr. Herbert Wottawah OSB, dass sich am 1. September gejährt hat. Schon beim Pontifikalgottesdienst in der Pfarrkirche durchwehte eine ganz besondere Stimmung den Kirchenraum. Der Kirchenchor-Singgemeinschaft unter der Leitung von Brigitta Koch, Johannes Thalmayr an der Orgel, die Instrumentalisten Magdalena Schneider (Querflöte), Lisa Wolfsfellner, und Rainer Mayer (Trompete) sorgten für einen musikalischen Hochgenuss, für den sich Abt Notker ausdrücklich bedankte.

Pfarrer Georg Guggemos begrüßte den hohen Gast in seiner Pfarrei und macht im Grußwort deutlich, dass es eine große Ehre sei, im Urdonautal durch den Hauptzelebranten ein Stück Weltkirche erlebbar zu machen.
In seiner Predigt ging Notker Wolf auf seine persönliche Beziehung zu Wellheim und zu den aus Wellheim stammenden Benediktinermönchen Pater Wolfram Gampl, Abt Gernot Wottawah und Pater Herbert Wottawah ein. P. Wolfram war es, der Abt Gernot und P. Herbert aber auch ihn im Seminar von St. Ottilien als Präfekt und Lehrer begleitete. Es war der liebevolle und wertschätzende Umgang von P. Wolfram, der die jungen Kandidaten über manche Phasen des Heimwehs hinweghalf, und so den Weg in das Kloster ebnete. Sein vorbildliches Verhalten als Mönch und später auch als Prior war nachahmenswert und suchte seines Gleichen. Mit P. Gernot verband den damaligen Erzabt von St. Ottilien die Arbeit für die Kongregation der Missionsbenediktiner. Anlässlich einer Visitation in Inkamana (Südafrika) wurde sein damaliger Sekretär, P. Gernot, vom dortigen Konvent zum Oberen gewählt. Damit war P. Gernot Konventualprior. und wurde einige Jahre später zum ersten Abt von Inkamana benediziert. Mehr als 25 Jahre stand er dem Konvent vor, bis ihn gesundheitliche Gründe zur Resignation veranlassten. Mit beiden Wottawah Brüdern studierte der Primas in St. Anselmo (Rom). Am 1. September vor 50 Jahren empfingen von Bischof Josef Stimpfle, P. Herbert und P. Notker die Priesterweihe in der Abteikirche von St. Ottilien. 1974 schickte Erzabt Notker P. Herbert in die Mission nach Südkorea in die Abtei Weagwan. Der hochbegabte P. Herbert lernte rasch Koreanisch und mischte sich, außerhalb der Klostermauern, in das Politische Geschehen ein. Er wirkte seelsorglich als Kaplan von Songju und Pfr. von Kachon. Ab 1976 war er Dozent für Philosophie am Theologischen Institut von Taegu. 1985 Übernahm er als Direktor die Leitung des Instituts. Sehr am Herzen lag ihm die Betreuung von ausländischen Arbeitnehmern in Kumi sowie die Seelsorge für politisch Verfolgte und inhaftierte Menschen. Am 26. August 2009 verstarb P. Herbert bei einem Heimaturlaub in St. Ottilien, wo er auf dem Klosterfriedhof seine letzte Ruhestätte fand. Drei mit Charisma reich beschenkte Menschen aus der Pfarrei Wellheim machten sich auf, Menschen von der Liebe Gottes zu berichten und ihnen vor allem durch ihr persönliches Vorbild zu zeigen, dass diese Gottesliebe mit der Menschenliebe zu tun hat. Nur wer bereit ist, sich selbst hinzugeben, ist der Nachfolge Christi würdig. Somit ist Seelsorge immer ein Bereich, der auf die Befriedigung der Grundbedürfnisse des Menschen eingehen muss um den Weg auch für spirituelle Entwicklungen zu bahnen.

Vor der Gabenbereitung brachten Pfarrmitglieder Gegenstände des täglichen Lebens zum Altar. Die Regel des Hl. Benedikt, eine Glaskaraffe von St. Georgenberg Fiecht, Kelch und Reliquienkreuz aber auch Handschellen und eine Krümme des Abtstabs wurden übergeben.

Am Ende der Messfeier überreichte der Organisator des Tages, Peter Gampl, eine Holzfigur von Mutter Theresa an Abt Notker, überbrachte die Glückwünsche zum Priesterjubiläum und den Dank der Pfarrei für den Besuch.

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Ein weiterer Höhepunkt des Tages war der Vortrag von Abt Notker zum Thema: „Missionarisches Wirken“; im Pfarrheim Wellheim. Dabei spannte er den Bogen von der Aufnahme von Flüchtlingen bis hin zu Neugründungen von Ordensgemeinschaften weltweit. Er verstand es immer wieder den Bezug zur Kirche vor Ort herzustellen. So berichtete er darüber, dass am Ende des zweiten Weltkriegs die Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten, zu denen auch die beiden Geschwister Wottawah zählten, nicht mit offenen Armen empfangen wurden. Es dauerte viele Jahre, bis sie ankommen konnten und Teil unserer Gesellschaft wurden. Die mit den Flüchtlingen verbundene Verbreitung des Islams in Deutschland bereite ihm keine Sorgen. Mehr Kopfzerbrechen sollte uns der Verlust unserer eigenen Glaubenstreue bereiten. Nur wenn wir nicht im Glauben fest verhaftet sind, kann ein Verlust unserer Identitäten drohen. Dazu sei es wichtig, dass die Kirche eine „Volkskirche“ ist, die das Ohr und das Herz bei den Gemeindemitgliedern hat. Dazu zählt, „dass die Kirche im Dorf bleibt“ und nicht immer größere Pfarreiengemeinschaften entstehen die eine Identifikation der Gläubigen mit ihrer Kirche immer schwerer machen. Dazu sei es erforderlich, dass die Laien in den Gemeinden mehr Verantwortung auch im liturgischen Bereich übernehmen. Priester, Bischöfe und Kardinäle müssen lernen, dass sie keine Herrscher über die Menschen sind, sondern Diener ihrer Gemeinden und Botschafter Jesu. Missionarisches Wirken sei auf unserem gesamten Lebensweg erforderlich und immer dann fruchtbar, wenn Worte und Taten übereinstimmen.
Viel Kopfnicken, große Zustimmung und einen kräftigen Applaus erhielt Abt Notker für seine Thesen, mit denen er den Besuchern aus dem Herzen sprach. So wird dieser große Tag, vielen Besuchern noch lange im Gedächtnis bleiben und hoffentlich auch eine Auswirkung auf das Miteinander haben.

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