P. Gernot Wottawah OSB

Roland Wottawah wurde am 12. April 1940 in Seiffen, einem Bergwerksdorf im Sudetenland, geboren. Nach der Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus dem Sudetenland kamen Roland und sein Bruder mit der Mutter nach Wellheim. Dort besuchten die Brüder die Volksschule. 1951 wechselte Roland auf Anregung von Pater Wolfram Gampl OSB an das Humanistische Gymnasium von St. Ottilien.

Kirchlicher Werdegang:

Nach dem Abitur trat er in die Erzabtei ein. 1961 legte Roland seine Profess ab und führte von nun an den Namen Gernot. Ab 1961 studierte Wottawah zwei Jahre Philosophie an der Ordenshochschule St. Ottilien und anschließend vier Jahre Theologie an der Ludwig-Maximiliansuniversität München. 1966 weihte ihn Bischof Aurelian Bilgeri von Eshowe (Zululand) in St. Ottilien zum Priester. Seine feierliche Primiz wurde in der Heimatpfarrei Wellheim begangen. Bald danach begann Wottawah mit dem Weiterstudium am Institut für Kirchenrecht, das er 1972 beendete. In sein Kloster zurückgekehrt, wurde er Präfekt im Seminar und wenig später auch Kongregationssekretär. In dieser Funktion begleitete er 1978 Erzabt Notker Wolf zur kanonischen Visitation des Konventualpriorates Inkamana nach Südafrika, wo er nach der Resignation des Priors Elmar Kimmel zum Nachfolger gewählt wurde (16. Aug. 1978). Mit der Erhebung des Klosters Inkamana zur Abtei (25. Feb. 1982) wurde Wottawah zum ersten Abt gewählt.

 Abbatiat

Wottawah führte Inkamana in den 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts durch eine Phase des Übergangs. Als er im Januar 1979 sein Amt als Prior antrat, war Inkamana noch Missionsland. Zum Kloster gehörten 54 Mönche, davon 52 Europäer und zwei Afrikaner. Wottawah machte es sich zur Aufgabe, Inkamana zu einem ›afrikanischen‹ Kloster zu machen. Als er Ende 2002 zurücktrat, bestand die Hälfte des Konvents aus Afrikanern (25 von 52 Mönchen). Parallel dazu entstanden aus den Missionsstationen Pfarreien. Die Aufgaben der Missionare wurden mehr und mehr vom Diözesanklerus übernommen, während die Abtei zu einem monastischen Zentrum entwickelt wurde. 1992 wurde ein Studienhaus in Cedara und 1998 eine Niederlassung auf der Station Waldfrieden in Namibia eröffnet.

Um den wachsenden Raumbedarf des Konvents und der Schule decken zu können, ließ Wottawah das Kloster zwischen 1982 und 1993 mehrmals erweitern. Höhepunkt der Maßnahmen war die Renovierung der Klosterkirche, die rechtzeitig zum silbernen Abteijubiläum zum Abschluss kam.

Ein wichtiges Anliegen war Wottawah die klösterliche Liturgie. Er sammelte liturgische Texte und Melodien und stellte eine neue Serie von Chorbüchern zusammen, damit große Teile des Offiziums nicht nur rezitiert, sondern gesungen werden konnten.

Aufgrund mehrerer leichter Schlaganfälle war Abt Gernot zu Weihnachten 2002 aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt zurückgetreten und verbrachte seinen Ruhestand meist im Kloster St. Bonifaz in Waldfrieden (Namibia).

Sein 40jähriges Priesterjubiläum und ein Jahr später das silberne Abtsjubiläum konnte P. Gernot Wottawah in seiner Heimatpfarrei feierlich begehen.

Er starb am 15. September 2007 während eines Erholungsaufenthaltes in St. Ottilien. Am 22. September 2007 wurde Abt Gernot auf dem Klosterfriedhof von St. Ottilien beigesetzt. Einen Tag später feierte sein Nachfolger, Abt Gottfried Sieber OSB, den Auferstehungsgottesdienst für unseren Missionsbenediktiner in Wellheim.

Die Verbundenheit zu seiner Heimatpfarrei hielt Abt Gernot durch regelmäßige Besuche und einen regen Schriftwechsel aufrecht. Ein besonderer Höhepunkt im pfarrlichen Leben war die alle zwei Jahre stattfindende Firmspendung durch ihn.