Pontifikalgottesdienst im Syro-Malabarischen-Ritus mit seiner Exzellenz Bischof Jose Porunnedom

Vier Priester aus der Diözesanregion Altbayern konzelebrierten beim Pontifikalgottesdienst. Zwei Nonnen aus Frankfurt, die am Keyboard begeleitet wurden, übernahmen die musikalische Gestaltung. Bischof Porunnedom zog in die vollbesetzte Pfarrkirche St. Andreas von Wellheim. Schon beim Einzug war die Besonderheit dieses Gottesdienstes deutlich zu spüren. Die Priester beeindruckten mit ihren Messgewändern aus Goldbrokat, die von wunderschönen Stickereien geziert wurden. Vor dem Volksaltar stand ein Ölleuchter, der in der Mitte vom St. – Thomas – Kreuz geziert wurde. Zu Beginn der Messe entzündeten der Bischof und Pfarrer Sebastian Kandeth die vier Dochte und der Schein dieser Flammen erhellte die Altarinsel.

In seiner kurzen Begrüßung sprach Pfarrer Sebastian davon, dass Wellheim in diesem Juni besondere Ehre erfahre. Zuerst fand die Firmung mit Abt Gernot Wottawah OSB statt und nun kommt sein Heimatbischof zu Besuch. Mit ihm verbindet Pfarrer Sebastian eine lange und tiefe Freundschaft. Schon während des Theologiestudiums waren sie Zimmernachbarn. Der Bischof sei nun gekommen um zu sehen, wie es ihm hier in Wellheim ergehe, und ob er seine Arbeit gut mache. Mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht sprach er davon, dass sich der Pontifex davon überzeugen möchte, ob die Menschen hier gut zu ihm sind. Besonders erfreut zeigte er sich darüber, dass so viele Gläubige gekommen sind, um diesen Gottesdienst zu feiern.

Bischof Porunnedom bedankte sich in seiner Predigt für die Einladung nach Wellheim. Gerne sei er gekommen und nehme schon jetzt einen guten Eindruck mit. So wie der Hl. Thomas den Glauben an Gott nach Indien gebracht habe, ist Pfarrer Sebastian damit beauftragt, den Glauben in Wellheim zu verbreiten. Er sei als Missionar gekommen, um die Kirche von Deutschland mit ihrem ausgeprägten Priestermangel etwas zu entlasten. Mission sei keine Einbahnstraße, Mission geht immer in mehrere Richtungen. Auch seine Heimat profitiere von den Auslandseinsätzen der Priester. Die Vielfältigkeit des Glaubens und die Offenheit anderem gegenüber werden durch das Studium im Ausland, aber auch durch den Einsatz in der Pfarrseelsorge erreicht. Er dankte den Pfarrangehörigen von Wellheim dafür, dass Pfarrer Sebastian gut angenommen wurde und versprach weiterhin seine Unterstützung bei der Glaubensverkündigung in Deutschland.

Vor dem feierlichen Schlusssegen bedankte sich Pfarrgemeinderatsvorsitzender Anton Rehm bei Bischof Jose für den Besuch und sprach davon, dass die Pfarrei mit Pfarrer Sebastian Kandeth sehr zufrieden sei und darauf hoffe, ihn noch lange behalten zu dürfen. Ein herzliches Vergelt’s Gott richtete er an die Priester und Ordensfrauen für ihr Kommen. Mit einem kräftigen Applaus demonstrierten die Gottesdienstbesucher ihren Dank für die würdige Feier.

Bürgermeister Karl Forster überbrachte die Willkommensgrüße der Marktgemeinde Wellheim. Im Sitzungssaal des Pfarrhofes überreichte das Gemeindeoberhaupt Präsente aus Bayern. Er informierte den Bischof über die gute Zusammenarbeit zwischen politischer Gemeinde und Pfarrei. Forster zollte Pfarrer Sebastian seine Anerkennung für die bisherige Arbeit in Wellheim. Das Zusammenspiel von Kommune und Kirche seien wesentliche Pfeiler einer erfolgreichen Arbeit sagte der Bischof. Er freue sich über die Harmonie zwischen beiden Gremien, da diese letztendlich der Grundstock für eine positive Entwicklung sei. Bürgermeister Forster bat  Bischof Jose um einen Eintrag in das Gästebuch der Marktgemeinde um so den Besuch für immer unvergesslich werden zu lassen.

Zu einem großen Empfang hat der Ortsgeistliche anschließend in den Pfarrgarten gebeten. Mehr als 100 Gäste folgten seiner Einladung. Schon seit 4 Jahren sei es ihm ein Anliegen, alle in der Pfarrei tätigen Mitarbeiter zu bewirten. Mit Hilfe der Indienreisenden aus dem vergangenen Jahr sei es ihm nun gelungen. Sie übernahmen nicht nur die Verköstigung, sondern auch die Kosten für die Bewirtung und bedankten sich damit für die Gastfreundschaft, die sie in Indien erleben durften. Die Teilnehmer konnten dabei Bischof Jose als Mensch zum Anfassen erleben. Sie spürten seine persönliche Nähe und Offenheit. Viele angenehme Gespräche konnten sich entwickeln, und bleibende Erinnerungen entstanden. Sicherlich kam bei manchem Gesprächsteilnehmer der Wunsch auf, dass der Nachfolger auf dem Stuhl des Hl. Ulrich, der ja seit 1 Jahr vakant ist, mit den Gnadengaben des Gastes aus Indien beschenkt sein sollte.