Wir nehmen Abschied von Pater Dr. Gernot Wottawah OSB

Plötzlich und unerwartet hat Gott der Herr seinen Diener Abt Gernot aus dieser Welt abberufen.

Im Alter von 67 Jahren ist Abt Gernot Wottawah in St. Ottilien verstorben. Die zurückgebliebenen begleiteten ihn auf dem Weg in den ewigen Frieden mit Gottesdiensten und Nachrufen.

Requiem und Beisetzung in St. Ottilien

Unter großer Anteilnahme wurde Abt Gernot Wottawah am Samstag, den 22. September 2007 auf dem Klosterfriedhof in St. Ottilien beigesetzt. Neben einer Vielzahl von Äbten waren Bischof em. Viktor Josef Dammerz OSB und Prälat Jabulani Ndaba, Diözesanadministrator der Diözese Eshowe (Südafrika) anwesend. Das Requiem feierte Abt Gottfried Sieber, sein Nachfolger.

Die Gläubigen aus der Heimatpfarrei Wellheim reisten mit einem Bus an und nahmen an  den Trauerfeierlichkeiten teil. Offizielle Vertreter dabei waren, Pfarrer Sebastian Kandeth und Bürgermeister Karl Forster.

Vater Erzabt begrüßte die vielen Gäste, die die Klosterkirche füllten.

Nach dem Requiem übernahm Erzabt Jeremias Schröder die Leitung der Feier. Vor der Beisetzung erfolgte kurze Aussegnung. Anschließend begleiteten wir den Verstorbenen auf den Klosterfriedhof.

Das Grab von Abt Gernot liegt in St. Ottilien hoch erhoben auf dem pyramidenähnlich angelegten Friedhof. Direkt neben dem weithin sichtbaren Steinkreuz hat er als letzte Ruhestätte einen Ehrenplatz erhalten.

Auferstehungsgottesdienst in der Pfarrkirche St. Andreas

Am 23. September 2007 besuchten Abt Gottfried Sieber, Prälat Jabulani Ndaba, P. Herbert Wottawah und P. Jeramo Wellheim, um in einem Auferstehungsgottesdienst Abt Gernot zu gedenken. Ein übergroßes Bild von Abt Gernot stand vor dem Volksaltar und brachte ihn damit, für alle sichtbar, ins Zentrum des Gedenkens.

Fahnenabordnungen schmückten das Gotteshaus und der Kirchenchor Wellheim – Konstein brachte unter der Leitung von Gerhard Reissig, die lateinische Messe in C von Charles Francois Gounod zu Gehör.

Abt Gottfried dankte für die Einladung und sprach davon, dass er gerne in die Heimat von Abt Gernot gekommen sei. Schon vor dem Gottesdienst beteten die Geistlichen am Grab der Mutter und dankten ihr so für das Beispiel und die Erziehung, die sie ihren Söhnen schenkte. Sie sei der Grundstock für den weiteren Lebensweg gewesen.  

Nach dem österlichen Evangelium ließ Abt Gottfried in seiner Predigt das Leben des Verstorbenen Revue passieren. Er sprach davon, dass Abt Gernot Wellheim immer als seine Heimat sah. Hier hatte er seine Jugend verlebt und hierher ist er immer wieder zurück gekehrt. Ob als junger Priester aus St. Ottilien oder später als Abt aus dem über 10 000 km entfernten Zululand. Die enge Verbindung zu seiner Heimat sei nie abgebrochen, ganz im Gegenteil: „Er hat sie gerade wegen der weiten Entfernung umso mehr gepflegt“. Die Heimatkirche in Wellheim, wo er 1966 seine Primiz gefeiert hat, blieb in all den Jahren der Ort, wo er mit großer Vorliebe Gottesdienst feierte. Das letzte mal geschah das, als er vor wenigen Wochen mit der gesamten Gemeinde sein silbernes Abtsjubiläum feiern durfte und – wie so oft in den vergangenen Jahren – Jugendlichen das Sakrament der Firmung spendete.

Pater Herbert nahm gezeichnet von seiner Krankheit an der Messfeier teil.

Am Ende der Messfeier sprach Peter Gampl für die Pfarrei Wellheim einen Nachruf. Er dankte Abt Gernot darin für die Treue zu Wellheim und die innige und freundschaftliche Verbundenheit. Er sprach davon, dass die Pfarrei „ihren Abt“ immer gerne begrüßt und mit ihm gefeiert und jubiliert hat. „Wir genossen die gemeinsamen Stunden und Tage und freuten uns auf jedes Lebenszeichen aus der Ferne“. Abschließend zitierte er die Abschiedsbotschaft von Papst Johannes Paul II.: „Ich bin froh, seid ihr es auch“ und übertrug die Worte auf Abt Gernot. „Nehmen wir diese tröstende Botschaft auch für unseren verstorbenen Freund Abt Gernot an. Sein Leidensweg hat ein Ende gefunden. Beten wir für ihn und empfehlen wir seine Seele Gott“. Abschiedworte von Bürgermeister Karl Forster schlossen an und machten deutlich, dass die politische Gemeinde ebenso traurig sei wie die kirchliche. Durch den Tod von Abt Gernot verliere Wellheim eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Seine tief empfundene Anteilnahme übermittelte das Gemeindeoberhaupt Pater Herbert Wottawah, Abt Gottfried und der Kirche von Südafrika.

Mons. Jabulani Ndaba zeigte sich erfreut darüber, Wellheim, die Heimat von Abt Gernot  kennengelernt zu haben. Abt Gernot war das Bindeglied zwischen Afrika und Europa, zwischen Südafrika und Deutschland, zwischen Zululand und Wellheim.

“Ich hoffe, dass diese Verbindung erhalten bleibt“.

So der Diözesanadministrator. Er bedankte sich für die Unterstützung, die in all den Jahren Abt Gernot und Afrika erleben durfte. Anschließend sangen der Administrator und Abt Gottfried ein Trauerlied auf Zulu und symbolisierten so erneut die missionarische Tätigkeit von Abt Gernot.
 

Eintragung ins Gästebuch der Marktgemeinde Wellheim     

Bürgermeister Karl Forster bat Abt Gottfried und Mons. Jabulani Ndaba um eine Eintragung ins Gästebuch des Marktes. Er würdigte damit auch das Leben und Wirken von Abt Gernot. Forster sprach davon, dass Wellheim stolz sein kann eine Persönlichkeit wie den Verstorbenen gehabt zu haben.