Zum Tod von Pater Dr. Herbert Wottawah OSB

Nimm mich auf, Herr, nach deinem Wort,
und ich werde leben;
lass mich in meiner Hoffnung nicht scheitern.
Kap. 58, Vers 21 Regula Benedikti

Am Donnerstag, 26. August 2009 starb unerwartet Pater Herbert Wottawah OSB auf Heimaturlaub in St. Ottilien. Wellheim verlor damit seinen letzten Benediktiner. Erschüttert nahm die Pfarrei Kenntnis vom plötzlichen Tod des beliebten Priestermönchs. Mitbrüder fanden den 68-Jährigen im Klosterweiher von St. Ottilien. Nach seiner Überführung aus der Rechtsmedizin wurden die sterblichen Überreste in St. Ottilien aufgebart.


Requiem in St. Ottilien

Zum Requiem nach St. Ottiliene reiste die Pfarrei mit einem Bus an. Erzabt Jeremias Schröder OSB stand der Messfeier und der Beerdigung vor. Als Konzelebranten standen Mitbrüder von P. Herbert aus Korea am Altar. Abt Gottfried Sieber (Inkamana) sowie die Altäbte Ruppert (Münsterschwarzach) und Justin  feierten den Gottesdienst mit. Vertreter aus Asien und Afrika sowie eine große Anzahl von Priestern gaben Pater Herbert die letzte Ehre.  Die Pfarrei Wellheim vertraten Pfarrer Sebastian Kandeth, Stadtpfarrer Hermann Drischberger und Pfarrer Ludwig Hutter.

Beisetzung auf dem Klosterfriedhof von St. Ottilien

Erzabt Jeremias betet für P. Herbert und begleitete ihn zur ewigen Ruhe auf den Klosterfriedhof nur wenige Meter entfernt von seinem Bruder Abt Gernot

Auferstehungsgottesdienst in der Pfarrkirche Wellheim

Den Auferstehungsgottesdienst für Pater Herbert feierte die Pfarrei am 20. September in der Pfarrkirche. Als Hauptzelebrant kam dazu Pater Remigius OSB aus St. Ottilien. Er war Präfekt von Pater Herbert und kannte sein leben sehr gut. So konnten auch die Mitglieder der Heimatpfarrei, die keine Möglichkeit zur Fahrt nach St. Ottilien hatten, Abschied nehmen.

Durch sein Bild wurde der Verstorbene zurück in das Gotteshaus geholt. Es stand direkt unter dem Altar, an dem Pater Herbert so oft das Messopfer gefeiert hatte.

In seiner Predigt dankte Pater Remigius für die Einladung und sprach davon, dass er gerne hier her nach Wellheim, in die Heimat von Pater Herbert, gekommen sei. Er ging auf den Lebensweg von Pater Hebert ein und zeigte die einzelnen Stationen auf. Die Vertreibung der Familie aus Seifen, den Neuanfang in Konstein und Wellheim, die Wegfindung in St. Ottilien mit späterer Entsendung in die Mission nach Korea und nun die letzte große Reise in die ewige Heimat. Immer wieder durfte P. Herbert eine neue Heimat finden. Mit jeder Veränderung seines Lebensweges wuchsen auch die Aufgaben, die P. Herbert übernahm. Gerade in Korea konnte der Verstorbene seine ganzen Fähigkeiten einbringen. Er war Mitbegründer der koreanischen Menschenrechtsbewegung und war 11 Jahre Vorsitzender von Amnesty International in Korea. Ganz besonders nahm sich P. Herbert politisch verfolgten Häftlingen und zum Tode verurteilten Menschen sowie ihrer Familien an. Damit erfüllte er das Bibelwort: ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen (Mt 25,36). Pater Herbert war immer pragmatisch. Für ihn war klar, dass der Weg hin zu Gott nur über tätige Nächstenliebe führen kann. So setzte er sich auch für benachteiligte Arbeitnehmer, es handelte sich dabei hauptsächlich um Gastarbeiter aus den Philippinen, in dem von ihm gegründeten Arbeiterzentrum Kumi ein. Durch seine Kontaktfähigkeit gelang es P. Herbert immer wieder, Mitstreiter für seine Sache und damit auch für Gott und die Kirche zu gewinnen. In Dankbarkeit blicken wir auf das zurück, was durch Pater Herbert Gutes getan wurde.

Für die Pfarrei Wellheim ergriff Peter Gampl das Wort und sprach einen Nachruf. Er dankte P. Herbert darin, für die Treue zu Wellheim und die innige und freundschaftliche Verbundenheit. Er sprach davon, dass die Pfarrei nun innerhalb weniger Jahre ihren letzten Benediktiner verloren habe. Mit Pater Herbert verlässt ein besonders engagierter Kämpfer Gottes die Erde. Gezeichnet von schwerer und anhaltender Krankheit sagte er noch vor einem Jahr auf die Frage nach seinen Zukunftsplänen: „Mein Weg führte in die Mission und meine Aufgabe ist noch lange nicht beendet. Mit Gottes Hilfe und mit der Unterstützung meiner vielen Helfer werde ich weiter arbeiten bis der Herr ein Ende setzt“. Dieses Ende wurde am 26. August Wirklichkeit. „Durch den Tod von Pater Herbert verlieren wir einen guten Freund und ein großes Vorbild. Beten wir für Pater Herbert und empfehlen wir seine Seele Gott“, so Gampl.

Nach der Messfeier besuchten die Gäste aus St. Ottilien das Grab der Mutter von Pater Herbert.